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Quecksilber-Vergiftung

 

Quecksilber kommt in Nahrungsmitteln (Meeresfische, Wildpilze) vor, aber auch in technischen Produkten (Fieberthermometer, Quecksilber-Dampflampen, Amalgam-Zahnfüllungen, Scherzartikel („Pharao-Schlangen”)). Die Mengen sind meist allerdings sehr gering und reichen für eine akute Vergiftung nicht aus.

 

 

Quecksilbervergiftung erkennen

 

Akute Quecksilber-Vergiftungen (plötzlich entstanden)

können auch noch nach mehreren Stunden nach Zufuhr von Quecksilber zu folgenden Zeichen führen:

  • Atemnot durch Anschwellen der Mund- und Rachenschleimhaut: Angestrengte Atmung, ggf. pfeifendes Atemgeräusch, im Extremfall Atemstillstand;
    Husten, Lungenentzündung

  • Kreislaufstörungen: Schock

  • Schleimhautschwellungen im Mund-Rachen-Raum bei Verschlucken

  • Verätzungen der Schleimhäute in Mund, Rachen, Speiseröhre bei Verschlucken

  • Magen-Darm-Störungen: Übelkeit, Erbrechen, (blutige) Durchfälle, Magen-Darm-Krämpfe

  • Störungen der Nierenfunktion: Zuerst produzieren die Nieren zuviel Urin, dann immer weniger, bis im Extremfall die Nieren ihre Arbeit völlig einstellen

  • Störungen des Nervensystems: Unruhe, Zittern, Krämpfe, LähmungenZum Seitenanfang

Die für den Menschen gefährliche Menge an Quecksilber, die zu einer akuten Vergiftung führt, ist auf Grund der starken persönlichen Gegebenheiten und der unterschiedlichen Giftigkeit verschiedener Quecksilberarten (metallisches Quecksilber*, Quecksilberoxid, -chlorid, -sulfid u.a.) schwer festzulegen.

*in Fieberthermometern ist metallisches Quecksilber enthalten: zerbrochenes Fieberthermometer

 

Chronische Quecksilber-Vergiftungen (nach Langzeit-Einwirkung)

betreffen fast ausschließlich Mitarbeiter chemischer Laboratorien oder Zahnärzte oder Dentallaboranten, die Amalgamzubereitungen selbst herstellen. Bei Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsbestimmungen können diese jedoch vermieden werden.

  • bei chronischer Quecksilber-Vergiftung kommt es vor allem zu Störungen der Schleimhautverhältnisse im Mund-Rachen- und/oder Magen-Darmbereich, auch Störungen der Hirnfunktion können auftreten (Konzentrationsstörung, Zittern usw.).

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    ERSTE HILFE

 

Ruhe bewahren — Gefahr ist meist geringer, als befürchtet, selbst bei Verschlucken!

Der Inhalt eines Fieberthermometers (metallisches Quecksilber, und das ist relativ harmlos) ist für einen Erwachsenen meist nicht sofort oder überhaupt nicht bedrohlich!

Bei Unsicherheit: Notruf 112.

  • Bei Atemnot: Notfallmaßnahmen

  • Mit Quecksilber verunreinigte Kleidung sofort entfernen

  • EINATMEN von Quecksilberdämpfen vermeiden

  • HAUTkontakt: gründlich mit Wasser spülen - ggf. Arzt aufsuchen

  • AUGENkontakt: gründlich mit Wasser spülen - Notruf 112

  • VERSCHLUCKEN von Quecksilber:
    - Notruf 112
    - Reichlich Flüssigkeit (= Wasser; keine Milch) trinken lassen
    - Erbrechen wird nicht einheitlich empfohlen, Erbrechen des Betroffenen aber zulassen
    - Falls vorhanden: Aktivkohlepräparat geben (nach Beipackzettel oder durch Rettungsdienst)
    - Eventuelle Verletzungen durch zerbrochenes Fieberthermometer behandeln lassen
    - In jedem Fall Arzt aufsuchen

  • Quecksilberaufnahme in die Haut, z.B. durch Schnittverletzung mit dem zerbrochenen Thermometer
    - Arzt aufsuchen, da die Wunde gründlich gereinigt werden muss
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Bei Kindern reicht auf Grund der geringeren Körpermasse auch eine kleinere Menge Quecksilber aus, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Je kleiner das Kind, desto geringer die, zu einer Vergiftung notwendige Menge.

Sollte ein Kind Quecksilber verschluckt, Quecksilberdämpfe eingeatmet oder mit Quecksilber gespielt  haben, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und rufen Sie den
Notruf 112. Die Gefahr ist meist geringer, als befürchtet.

   

 

Bei schweren Quecksilbervergiftungen ist der Notruf 112 wichtig, da der Rettungsdienst ggf. bereits vor Ort ein Gegenmittel (Dimercaptopropan-Natriumsulfonsäure, DMPS) verabreichen kann.

 

Sofortiges Aufnehmen ausgelaufenen Quecksilbers

  • Langes Lüften des betroffenen Raumes

  • Einatmen von Dämpfen über der Bruchstelle des Thermometers vermeiden

  • Flüssigkeitsdichte Handschuhe anziehen, nach Kontakt wegwerfen

  • Quecksilber mit Karton, festem Papier oder Kunststoff zusammenschieben (zu einem großen Tropfen) und in dicht verschließbarem Behältnis (z.B. Marmeladenglas, Plastiktüte) zu einer Problemstoffsammelstelle bringen

Amalgame (Quecksilberverbindungen für Zahnfüllungen) sind äußerst beständig und setzen im Regelfall kein Quecksilber frei. Durch Amalgam-Zahnfüllungen werden eher allergische Reaktionen ausgelöst (selten).

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Chemische Eigenschaften von Quecksilber

 

 

Giftig

  • beim Einatmen der Dämpfe

  • beim Verschlucken

  • bei Hautkontakt

 

Umweltgefährdend

  • darf nicht in die Kanalisation gelangen

  • darf nicht in die Umwelt gelangen

 

   

 

Chemische Eigenschaften von Quecksilber

  • bei Raumtemperatur flüssig (als einziges Metall)

  • verdampft bei Raumtemperatur (Dämpfe sind giftig!)

  • Quecksilber kann sich in der Nahrungskette anreichern, deshalb gibt es in Deutschland die Quecksilber-Verordnung, die Höchstmengen an Quecksilber (-verbindungen) in der Nahrung festlegt. Besonders Meeresfische und Wildpilze sind mit Quecksilber belastet; jedoch besteht bei den heutigen engmaschigen Kontrollen wenig Anlass zur Sorge;
    bezüglich Wildpilzen empfiehlt aber die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen eingeschränkten Wildpilzverzehr und während Schwangerschaft und Stillzeit sollte überhaupt auf Wildpilze verzichtet werden (nicht nur wegen Quecksilbers, auch wegen Cadmium, Blei u.a.)

  • Quecksilber ist in Wasser unlöslich (mischt sich nicht)

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Zerbrochenes Fieberthermometer

 

Es gibt elektronische Fieberthermometer, solche für's Ohr und auch welche, die Quecksilber enthalten. Ein Thermometer kann herunterfallen und zerbrechen oder stellen Sie sich vor, ein Kranker misst im Mund Fieber und zerbeißt das Thermometer...

Abb. 1 Quecksilberhaltiges Fieberthermometer

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Das in einem quecksilberhaltigen Fieberthermometer enthaltene Quecksilber ist chemisch sog. metallisches Quecksilber.

Selbst nach Verschlucken ist bei einer so geringen Menge, wie sie in einem Fieberthermometer enthalten ist, bei Erwachsenen keine intensive Behandlung notwendig, ggf. kann Aktivkohle gegeben und die Ausscheidung von Quecksilber im Urin überprüft werden.

Kommt es zu Verletzungen, dringt z.B. Quecksilber mit Glasscherben in die Haut ein, so sollte dieses baldmöglichst durch einen Arzt entfernt werden (am besten in einem Krankenhaus). Andernfalls kann der Körper auf das Quecksilber als Fremdkörper reagieren und es „einkapseln”, die Bildung sog. Granulome (i.A. harmlos, aber störend) kann die Folge sein.

 

   

Bei Kindern reicht auf Grund der geringeren Körpermasse auch eine kleinere Menge Quecksilber aus, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Je kleiner das Kind, desto geringer die, zu einer Vergiftung notwendige Menge.

Sollte ein Kind Quecksilber verschluckt haben, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und rufen Sie den Notruf 112. Die Gefahr ist meist geringer, als befürchtet.

   

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Vermeidung von Quecksilber-Vergiftungen

 

Verwenden Sie keine quecksilberhaltigen Gegenstände.

Für alle Anwendungen im Haushalt werden quecksilberfreie Produkte angeboten.

 

Kinder sollten, wenn Quecksilber-Fiieberthermometer verwendet werden, die Temperatur nicht oral (oral = in der Mundhöhle) messen, sondern axillär (in der Achselhöhle**) oder rektal (im After). So kann die Gefahr des Zerbeißens des Thermometers und Verschluckens fast ausgeschlossen werden.

** Axilläre Körpertemperaturmessung: Die Körpertemperatur, die man beim Fiebermessen als Wert angibt, bezieht sich auf die sog. Körperkerntemperatur. Dies ist die Temperatur, die im Körperinneren (Körperkern) herrscht und z.B. rektal gemessen werden kann. Die Hauttemperatur in der Achselhöhle liegt geringfügig (ca. 0,5 °C) darunter. Misst man also in der Achsel eine Temperatur von 38,0 °C, so beträgt die Körperkerntemperatur ca. 38,5 °C.

Mehr zur Körpertemperatur erfahren Sie hier Unterkühlung und Körpertemperatur.

 

Auch im gewerblichen Bereich sollte auf die Verwendung quecksilberhaltiger Produkte, falls möglich, verzichtet werden.

Landwirte, die Saatbeiz- und Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden, die organische Quecksilberverbindungen enthalten, sind stark gefährdet. Die Sicherheitshinweise der Hersteller sind genauesten zu befolgen und die Produkte stets unter Einsatz vollständiger Schutzkleidung anzuwenden.

Zahnärzte und Dentalllaboranten sind, so sie Amalgamzubereitungen selbst herstellen, besonders gefährdet, eine chronische Quecksilber-Vergiftung zu erleiden. Bei Beachtung der einschlägigen Sicherheitsbestimmungen der Unfallversicherungen ist die Gefahr einer Vergiftung aber sehr gering.

Mitarbeiter chemischer Laboratorien sind bei Beachtung der entsprechenden Sicherheitsbestimmungen weitgehend geschützt vor Vergiftungen.

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SEITENINHALT

Q.-Vergiftung erkennen

ERSTE HILFE

Kinder & Quecksilber

Eigenschaften (Chemie)

Fieberthermometer,
zerbrochenes

Vermeidung von Q.-Verg.

 

Fragen zur Ersten Hilfe?

 

dialog@de.gohelp.org

 

QUECKSILBER

 
 

ÜBER QUECKSILBER

Quecksilber (chemisches Zeichen: Hg), Ursprung "Hydrargyrum": von griechisch hydor: Wasser, griechisch argyros: Silber => "Wassersilber", wegen seines Aussehens und der Schwimmfähigkeit auf Wasser). Quecksilber war schon im Altertum (Jahrhunderte vor Christi Geburt) bekannt und konnte gezielt aus Zinnober gewonnen werden.

Herkunft des deutschen Begriffs "Quecksilber" wohl von Quecksilabar = lebendiges Silber (queck = erquickend, belebt usw.): Beschreibt die Eigenschaft von Quecksilber, eigenartig zu rinnen und sich zu Kügelchen oder Tropfen zusammenzulagern.

 
 
 
 
 

 

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1995-2009 Deutsche Gesellschaft für Erste Hilfe · Version 7.1.07 (Juni 2009)
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